Die Blower-door-Messung


Mithilfe der Blower-Door-Messung kann die Luftdichtigkeit eines Gebäudes überprüft werden. Dabei wird ermittelt, wie oft das Gebäudeinnenvolumen bei einem bestimmen Druckunterschied zur Außenluft durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle ausgetauscht wird.

Hierzu wird in eine Gebäudeöffnung wie der Tür oder einem Fenster ein Rahmen mit einer dicht schließenden Plane gespannt, in welche sowohl ein regelbarer Ventilator als auch Luftdruckmessgeräte integriert sind. Durch Erzeugung eines Unterdrucks von 50 Pascal durch den Ventilator strömt Luft über Leckagen in die Gebäudehülle nach innen. Aus dem gemessenen Luftvolumenstrom und dem Gebäudeinnenvolumen kann nun die sogenannte Luftwechselrate pro Stunde ermittelt werden. Diese Luftwechselrate wird auch n50-Wert genannt.

BEISPIELRECHNUNG

n50 = Volumenstrom des Ventilators bei 50 Pascal Druckdifferenz geteilt durch das Gebäudeluftvolumen

Gebäudeinnenvolumen: 500 m3
Geförderter Volumenstrom des Ventilators: 2000 m3
n50 =2000 m3 / 500 m3 = 4

Dies bedeutet, dass über Undichtigkeiten im Haus das gesamte Luftvolumen in einer Stunde viermal ausgewechselt wird, ohne dass man Einfluss darauf nehmen kann.

NORMEN UND GRENZWERTE FÜR DIE MESSUNG DER LUFTDURCHLÄSSIGKEIT

Das Messverfahren für die Blower-Door-Messung ist in der DIN EN 13829: 2001-2 „Bestimmung der Luftdurchlässigkeit für Gebäude“ geregelt. Nach DIN 4108-7 (August 2001) und EnEV 2009 (Oktober 2009) gilt für:

Gebäude mit natürlicher Lüftung (Fensterlüftung)

n50<= 3 [h-1]

Gebäude mit geregelten Lüftunsanlagen (auch Abluftanlagen) 

n50<= 1,5 [h-1]

Insbesondere bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ist eine deutliche Unterschreitung des oben angegebenen Grenzwertes sinnvoll (DIN 4108-7). Anzustreben auf Grund energetischer Gesichtspunkte: n50 <= 1 [h-1].

Nach den Kriterien des Passivhausinstituts Darmstadt, Dr. Wolfgang Feist gilt für Passivhäuser n50<= 0,6 [h-1].

Warum muss luftdicht gebaut werden?

Die Anforderungen an den Wärmeschutz von Gebäuden wurden bereits mit der Wärmeschutzverordnung vom 14.08.1994 (WSVO ´95) verschärft. Dies hat zur Folge, dass der Lüftungswärmebedarf (Wärmeverlust durch Fensterlüftung) nicht selten über dem Transmissionswärmebedarf (Wärmeverlust über die Gebäudehülle) liegt. Durch die DIN 4108-7 sowie die Energieeinsparverordnung (ENEV 2002) wurden die Anforderungen an die Luftdichtheit hierbei nochmals konkretisiert. Luftdichtheit des Gebäudes ist daher unumgänglich, wenn der gerechnete Heizenergiebedarf tatsächlich erreicht und Bauschäden sowie Komforteinbußen vermieden werden sollen.

9 Gründe für eine luftdichte Gebäudehülle:

  1. Rechtlich vorgeschrieben (§4 WSVO´95, DIN 4108-7, ENEV 2009)
  2. Erhaltung des Dämmwertes der Wärmedämmung (eine Fugen mit 1 mm Breite und 1 m Länge verringert in den Wert der betroffenen Bauteilfläche bei Windstärke 3 bis 5 um 35 bis 65 %)
  3. Vermeiden von unangenehmer Zugluft - nicht nur an windigen Tagen
  4. Sicherstellung der Behaglichkeit ohne Kaltluftseen im Erdgeschoß und somit auch keine kalten Füße
  5. Vermeidung des Feuchteeintrags in die Konstruktion und damit Vorbeugung von Fäulnis und Schimmelbildung
  6. Sicherstellung schadstoffarmer Raumluft
  7. Verbesserung des Schallschutzes durch Ausschaltung des Luftschalls
  8. Erhöhung der Effektivität von Abluftanlagen; ob mit oder ohne Wärmerückgewinnung ausgestattet
  9. Verringerung der Gefahr der Brandübertragung und Verhinderung von Rauchgaseintrag

Wie macht man Lufteintrittsstellen sichtbar?

Zur Auffindung von Lufteintrittstellen werden zusätzlich zur Blower-Door u.a. Windgeschwindigkeitsmessgeräte (Anemometer), Strömungsprüfröhrchen, Nebelmaschinen und Thermografiekameras (Beispiel 1 - 4) eingesetzt.

Was sollte beachtet werden?

Wird die Messung vor Beginn des Innenausbaus vorgenommen, können Fehlstellen zumeist rasch und problemlos beseitigt werden. Setzen Sie sich daher schon sehr früh mit uns in Verbindung, dies kann "Rückbaumaßnahmen" vermeiden.

Luftdichtheitsmessungen durch unser Büro werden grundsätzlich durch "Zertifizierte Prüfer der Gebäude-Luftdichtheit im Sinne der Energieeinsparverordnung" vorgenommen.

Die Luftdichtheitsmessung sollte Bestandteil jeder Bauabnahme sein. Diese Prüfung kann, wenn nicht vom Architekten oder Bauunternehmer bereits vorgesehen, in den Bauvertrag mit aufgenommen werden!
Der Verlauf der luftdichtenden Ebene sollte in allen Plänen, auch Detailplänen, mit einer dünnen, farbigen Linie kenntlich gemacht werden. Dies erleichtert dem Architekten oder Planer die Planung und dem Handwerker die sachgemäße Ausführung.

Am Messtermin muss die luftdichtende Ebene durchgängig geschlossen sein. Überprüfen Sie den Baufortschritt diesbezüglich, nur so vermeiden Sie unnötige Anfahrten und somit unnötige Kosten.

Für große Gebäude, oder Gebäude mit übergroßen Türöffnungen verfügen wir über Sonderzubehör welches auch in Türöffnungen bis 1,82 m x 2,68 m passt bzw. über zusätzliche Gebläse.